Als Veganer muss man interessanterweise öfter als andere Menschen sein Essverhalten rechtfertigen. Das mag vielleicht ein bisschen unfair erscheinen, führt aber dazu, dass die meisten Veganer gut informiert sind in Bezug auf was zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung gehört. Die oh-so-oft gestellte Frage, “Aber wo kriegst du denn dein Eiweiß her?” können wir deswegen nicht nur beantworten, sondern wissen auch wie viel Protein wir täglich zu uns nehmen sollten.

Aber Wissen und Tun sind nicht das Gleiche. Unterwegs ist es, glaube ich, für niemanden so einfach wie zu Hause, ständig gesund zu essen. Man macht Ausnahmen, weil man doch auf Urlaub ist und sich hier und da was gönnt und die lokalen Leckereien kosten will und schwuppdiwupp ist auf einmal alles frittiert! Oder so ähnlich.

Auf jeden Fall versuche ich unterwegs zumindest auf die wichtigsten Dinge zu achten: Vitamin B12, Omega 3, Eisen und Calcium. Multivitamintabletten sorgen dafür, dass die Sache nicht aus dem Ruder gerät, aber lieber krieg ich so viel wie möglich vom Essen selbst. Auf dem Bild oben ist unser Frühstück (auf Alis fantastischer Terrasse) mit Chia-Samen. Ein Esslöffel deckt den Tagesbedarf an Omega 3 – DHA und EPA.. Unterwegs kann man sie ganz einfach auf Salat oder Müsli streuen. Außerdem liefern sie Vitamin E, Calcium, Antioxidantien, Ballaststoffe, usw.

Nach so einem gesunden Frühstück besuchten wir dann die Hayworth Gallery, wo Martin Creeds Ausstellung “What’s the point of it?” auf uns wartete. Mit diesem Titel hat sich der Künstler jeglicher Kritik entzogen, bravo.

Danach gesellten wir uns den Massen des Osterwochenendes zu einem Lunch bei “Giraffe.” An einem kleinen Tisch in der Ecke hinter der Bar und weit weg von schreienden Kindern mit Luftballons wurden wir dennoch nicht vergessen. Unsere überaus freundliche Kellnerin brachte sogar eine besondere Speisekarte, damit wir genau sehen konnten was vegan ist, was nicht und warum. Leider war die Auswahl sehr begrenzt aber wir arrangierten uns wieder auf das Full Veggie English Breakfast mit Pommes, anstatt Eiern. Unsere Kellnerin fragte uns dann auch über den Veganismus aus, über den sie nicht so viel wusste und interessierte, relevante Fragen stellte.

Nach dem Mittagessen hatte Dan trotzdem noch Hunger. Wir schlenderten durch ein internationales Food Festival und trafen auf einen Stand von The Honest Carrot, wo er sich dieses “London Roast” holte. Köstlich und wahrscheinlich viel gesünder als alles andere, was wir heute gegessen haben. Außer den Chia-Samen, natürlich. 🙂

Nach vielen Bemerkungen zu Nando’s von Stewart Lee und Diskussionen darüber, was diese neuen Fast Food Läden für das soziale Gewebe der englischen Gesellschaft alles bedeuten könnten, haben wir es endlich zu einem Nando’s geschafft, wo wir halbwegs durch unseren South Bank Pub Crawl zu Abend aßen. Hier ist das, was von meinem Veggie Burger mit Erbsen noch übrig war, als mir einfiel, “Ach ja, ich wollte ja heute alles fotografieren.”