Am Morgen unseres ersten vollen Tages in London machten wir uns auf den Weg zum neu-eröffneten Queen Elizabeth Olympic Park. Der weitläufige Park, den man von der Strattford Station aus erreichen kann, wenn man es schafft, an der wuchtigen Westfield Mall vorbeizulaufen, ohne der Versuchung eines Einkaufsbummels zu erliegen, sollte insbesondere für Familien mit Kindern von Interesse sein. Diverse Abenteuerspielplätze und sogar eine kleine Kletterwand laden zum Austoben ein. Für ruhigere Spaziergänge bieten sich Pfade durch Wiesen und entlang eines kleinen Flusses an, der sich durch den Park schlängelt. Es wird noch viel daran gearbeitet, diese Teile des Parks zu “naturalisieren” und obwohl die duftenden Gräser, Blumen und blühenden Bäume unter strahlend blauem Himmel erholsam und erfrischend wirken, entkommt man dennoch nicht ganz dem Gefühl, sich in einer Sci-Fi ähnlichen Welt zu bewegen, in der alles kalkuliert und kontrolliert gedeihen darf.

Und nun zum Essen. Hier erst mal ein “Disclaimer”: wenn wir reisen, sind wir vegan, so gut es geht. Das heißt wir bestellen vegetarisch und vermeiden Eier, Käse und andere Milchprodukte insofern als dass wir sie auf der Speisekarte erkennen können. Ich frage beim Inder nicht nach, was jetzt in Ghee angedünstet wurde oder nicht. Vielleicht lässt mich das offen für Beschuldigungen, dass ich den Veganismus nicht ernst genug nehme und eventuell gar nicht wirklich vegan bin. Mir geht es darum, so konsequent zu sein, wie praktisch möglich.

Zum Mittagessen gingen wir zu Wahaca, einem mexikanischen Restaurant in der Einkaufsgasse, die zum Park führt. Vegetarisches gibt es dort genug und wir entschieden uns für eine Auswahl kleinerer Gerichte; Tacos, Tostadas, Taquitos und Beilagen. Ich bat den Kellner darum, sämtlichen Käse, Mayonnaise und andere Milchprodukte wegzulassen. Mit dem Käse hat das größtenteils auch geklappt, nur war fast jedes Gericht mit “crema” beträufelt. Dass unsere Bestellung nicht vegan zubereitet wurde, könnte auch daran liegen, dass die Musik in dem Laden unangenehm laut war. Vielleicht hat der Kellner nicht richtig gehört? Das Lunch war also nicht ganz vegan, aber sämtliche Speisen zurück in die Küche zu schicken, wo sie sicherlich im Müll gelandet wären, wäre eindeutig das größere Übel gewesen. Ansonsten war das Essen gut, scharf aber frisch mit viel Cilantro. Am besten haben mir die Tacos mit frittierten Kochbananen und Avocado geschmeckt.

Zum Abendessen waren wir mit Sarah und Felix im River View Chinese Restaurant, unweit von der Wapping DLR Station. Leider habe ich keine Bilder gemacht, denn das Restaurant ist echt zu empfehlen. Als Vorspeise haben wir uns die vegetarischen Frühlingsrollen, Spargel Tempura und frittierten Seetang geteilt. Unsere Lieblingshauptspeise war das Sweet and Sour Tofu, welches dort übrigens als “Beancurd” auf der Karte steht.