Project Description

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Weihnachten ist längst vorbei und Mitte Januar ist niemand mehr an Stollen Rezepten interessiert, aber was soll’s? Ich hatte in den letzten Monaten wenig Zeit und obwohl ich wenig gute Bilder von meinen leckeren Stollen habe (was kann ich tun, sie werden eben schnell aufgegessen. . .) teile ich jetzt einfach mal das Rezept mit euch, als über-über pünktlichen Beitrag zu den veganen Weihnachtsrezepten, die ihr 2016 ausprobieren werdet.

Ich liebe Stollen und spielte jahrelang jeden November mit dem Gedanken, dieses Projekt endlich mal anzupacken. Aber dann wurde es immer irgendwie zu spät und so habe ich es von Herbst zu Herbst verschoben. Bis letztes Jahr! Ich habe viel gelesen, mich von Müttern, Onkels und Omas beraten lassen, in diversen Koch- und Backbüchern nachgeschlagen, freudig mit Zutaten und Methoden experimentiert und bis dato 24 vegane Stollen gebacken. Im Sommer habe ich am Basisrezept gearbeitet und die herzhaften Partybrötchen daraus entwickelt.
Am besten schmeckt der Stollen, wenn alles so frisch wie möglich ist – also Mandeln und Kardamom frisch gemahlen, Bio Zitrone frisch gerieben – wer’s eilig hat, sollte wahrscheinlich keinen Stollen backen. Ich mache in der Regel zwei Stollen aus einem Rezept, hatte aber auch schon Erfolg mit vier mini-Stollen. Da muss man etwas auf die Backzeit achten, bei mir waren sie nach 28 Minuten durch. Hier also der Klassiker und der wunderbare Feige-Walnuss Stollen. Viel Spaß damit!

1-4 Stollen, ja nach Größe. 4 Stunden.

Für den Teig brauchst du:

  • 500 g / 4 Cups Mehl
  • 20 g Hefe (1 halben Würfel Frischhefe oder 1 Päckchen trockene)
  • 130 g / ⅔ Cup Zucker
  • 235 ml / 1 Cup Sojamilch
  • ¼ TL Kardamom
  • ¼ TL Salz
  • geriebene Schale einer Zitrone
  • 200 g Margarine, Raumtemperatur (z.B. Sojola)
  • 100 g / 1 Cup gemahlene Mandeln (am besten frisch gemahlen)

Verbesserungszutaten für klassischen Stollen:

  • 200 g Sultaninen, in Rum oder Wasser eingelegt
  • 1 EL Zitronat
  • 1 EL Orangeat
  • 100 g Marzipan

Verbesserungszutaten für Feige-Walnuss Stollen:

  • 125 g fein geschnittene getrocknete Feigen
  • 75 g gehackte Walnüsse
  • 60 g Orangeat
  • 100 g Marzipan

Für obendrauf:

  • ungefähr 3 El Margarine, geschmolzen
  • Puderzucker
 

So wird’s gemacht:

  1. Wenn möglich, die Sultaninen in Rum oder Wasser einlegen, damit sie im Stollen saftiger sind.
  2. Sojamilch (235 ml) in einem kleinen Topf erwärmen, bis sie warm aber nicht zu heiß ist.
  3. Mehl (500 g) in eine große Schüssel geben und eine große Mulde in die Mitte drücken. Zucker (130 g) und Hefe (20 g) in die Mulde geben. Wenn Frischhefe benutzt wird, den halben Würfel hineinbröseln und den Rest gut verpackt im Kühlschrank weiteraufbewahren. Das Päckchen Trockenhefe kann einfach hineingestreut werden.
  4. Die warme Sojamilch zum Zucker und zur Hefe in die Mulde geben und den Vorteig 10 Minuten stehen lassen. Margarine (200 g), gemahlene Mandeln (100 g), Salz (¼ TL) und Kardamom (¼ TL) hinzufügen und kneten, bis der Teig fest und geschmeidig ist.
  5. Den Teig zudecken und an einem warmen Ort (jetzt könnte man den Ofen auf 175° C vorheizen) gehen lassen, bis sich die Menge verdoppelt hat. Bei mir dauert das ungefähr eine Stunde.
  6. Währenddessen die Verbesserungszutaten vorbereiten. Wer aus dem Teig zwei Laib machen will, kann auch die Mengen halbieren, um zwei verschiedene Stollen zu backen. Ich mag Marzipanrollen nicht, also brösel ich die Masse zu kleinen Fleckchen, die ich dann einfach unter die anderen Zutaten mische.
  7. Den gegangenen Teig ausrollen (oder einfach mit den Händen etwas platt drücken) und die Verbesserungszutaten darüberstreuen. Nun die Seiten des Teigs hochfalten, sodass eine Art Stollenkloß mit Füllung entsteht und diesen gut durchkneten, damit Früchte und Nüsse gut verteilt sind. Den Teig eine weitere Stunde, mit einem Tuch bedeckt, an einem warmen Ort gehen lassen.
  8. Den Ofen auf 175° C vorheizen.
  9. Die typische Stollenform soll an das eingewickelte Jesuskind erinnern. Ich finde das überaus makaber und auch wenn ich religös wäre, möchte ich mit dem Laib keinen Leib imitieren. Trotzdem, wer’s traditionell haben will: mit dem Wellholz den länglichen Laib in der Mitte etwas dünner walken, mit kalten Wasser bestreichen und dann die eine Hälfte auf die andere schlagen. So sagt es das Bayerische Kochbuch. Man kann den Teig aber auch einfach etwas in die Länge ziehen/rollen, das tut’s auch. Nachdem die Stollen geformt sind, nochmals abdecken und auf dem Backblech 20 Minuten ruhen lassen.
  10. Zwei kleinere Stollen dauern bei mir zwischen 40 und 45 Minuten, ein großer 50-55.
  11. In einem kleinen Topf, etwas Margarine (3 EL pro Rezept) zergehen lassen und die noch warmen Stollen damit bestreichen, bis keine Margarine mehr da ist. Mit Puderzucker besieben und vorsichtig andrücken. Den Stollen gut in Alufolie einwickeln und am besten ein bis zwei Wochen ruhen lassen, dann schmeckt er am besten. Vor dem Servieren noch mal mit etwas Puderzucker bestreuen.
  12.  

    TIPP: Wer unter einem Gasofen leidet, der ausschließlich von unten geheizt wird, hier ein kleiner Tipp vom Onkel Udo: Stollen auf einem kleineren Blech auf dem Rost backen. Dadurch kann die Hitze, die von unten kommt, wenigstens an den Seiten aufsteigen. Auch hilft es, eine kleine Schale Wasser unten in den Ofen zu stellen, um die Luftfeuchtigkeit etwas zu erhöhen. Hat wunderbar funktioniert, danke Onkel!