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Diese Woche gibt’s Seitan! Was hier folgt ist ein vielfältiges Grundrezept, das sich für knusprig ausgebackenes Wienerschnitzel oder cremig feines Geschnetzeltes ebenso gut eignet, wie für die Döner ähnlichen Seitan Wraps auf dieser Seite.

Meine Experimente, Seitan selbst herzustellen, fingen mit einem relativ formlosen, versalzenen Rotweingematsch an. Das hat mich erst mal abgeschreckt. Als ich dann in La Veganista ein Schritt-für-Schritt, wunderbar fotografiertes Rezept für Seitan fand, wollte ich das gleich nachmachen. Da wurde das Seitan in einem großen Glas mit Brühe zusammen gekocht. Bei Nicole Just sieht das super aus, aber bei mir kam leider eine gummiähnliche Substanz raus, die man eventuell als Anti-Stress-Ball kneten könnte, aber sicher nicht zum Verzehr gedacht ist.

Nichtsdestotrotz ging die Suche weiter. Dan hat in seinem “Seitan Sweet ‘n’ Sour” (Rezept kommt bald!) das Seitan gedämpft, was gut funktioniert hat. Als ich auf dieses etwas unappetitlich titulierte Rezept gestoßen bin, hab ich es auch deswegen ausprobiert. Es hat so gut geschmeckt, dass ich das ganze zweit Tage später wiederholt habe, mit dem selben, deftig leckeren Ergebnis.

Seitan Grundrezept

6-8 Portionen. 100 Minuten.

Du brauchst:

  • 360 ml / 1 ½ Cups Gemüsebrühe (360 ml Wasser + 1 TL Gemüsebrühegranulat)
  • 4 Knoblauchzehen, gepresst
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g / 1 ½ Cup Weizengluten (Ich verwende den Seitan Fix von Veganz)
  • 45 g / ¼ Cup Kichererbsenmehl
  • 15 g / ¼ Cup Hefeflocken
  • 1 TL Thymian, getrocknet
  • ½ TL Paprikapulver, edelsüß
  • ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1 TL Salz
 

So wird’s gemacht:

  1. Heiße Gemüsebrühe (360 ml), Knoblauchzehen (4) und Olivenöl (2 EL) in einem Messbecher verquirlen. In einer großen Schüssel Weizengluten (200 g), Kichererbsenmehl (45 g), Hefeflocken (15 g), Thymian (1 TL), Papkrikapulver (½ TL), Kreuzkümmel (½ TL) und Salz (1 TL) verrühren.
  2. Die warme aber nicht mehr heiße Brühe den trockenen Zutaten beifügen und mit einer Spatel vermischen, bis der Teig nicht mehr an den Seiten der Schüssel hängenbleibt. Anschließend 2-3 Minuten kneten, damit sich das Gluten entwickeln kann.
  3. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen und dann wieder 30 Sekunden lang kneten.
  4. Die Masse kann jetzt in gleichgroße Stücke geteilt werden, sodass diese als fertig-geformte Schnitzel zubereitet werden können. Die jetzige Form des Teiges entspricht nämlich der Form des fertigen Seitans, außer dass das Seitan beim Dämpfen noch ein bisschen aufgeht. Schneller geht es aber, das Seitan in 1-2 Portionen zu dämpfen und es danach einfach so zu schneiden, wie man es verwenden will.
  5. Zum Dämpfen, jeweils ein Stück Seitan in Aluminiumfolie packen. Das Päckchen sollte fest geschlossen, aber lose genug sein, damit das Seitan sich ausweiten kann. Die restlichen Seitanstücke in einer verschließbaren Plastiktüte im Kühlschrank aufbewahren damit sie nicht austrocknen.
  6. Das Seitan in einem Dämpfer (oder in einem Sieb, im Topf hängend) 30-50 Minuten kochen, je nach Größe des Stückes. Bei mir dauert das etwas länger, vermutlich weil ich keinen Dampfkochtopf habe und durch den nicht ganz geschlossenen Deckel immer etwas Hitze verlorengeht. Um zu testen, ob das Seitan fertig ist, den Aluminiumbeutel vorsichtig mit einer Grillzange aus dem Dämpfer oder Sieb nehmen, aufmachen und nachsehen, ob der Teig durchgekocht ist.
  7. Das Seitan völlig abkühlen lassen und anschließend in der verschließbaren Plastiktüte bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.

Seitan Wrap mit geröstetem Gemüse und Knoblauchsoße

So kompliziert das Seitanmachen auf den ersten Blick erscheinen mag, dauert es nicht lange, bis man den Vorgang beherrscht. Und wer das leckere Ergebnis gleich und ohne viel Aufwand kosten möchte, dem empfehle ich diesen Wrap. Als Mittagessen kamen vier Wraps dabei raus, also genug für zwei Personen.

Was für Gemüse man verwendet kommt darauf an, was gerade da ist und aufgebraucht werden muss. Neben den unten genannten Zutaten habe ich den Wrap auch schon mit gerösteter Zucchini gemacht. Aubergine, Süßkartoffel und Gurke anstatt der Karotte wären bestimmt auch lecker.

Die Knoblauchsoße dazu lohnt sich auf jeden Fall. Aber genauso gut kann man eine Guacamole, Hummus oder Salsa in die Wraps reinhauen, das schmeckt sicher auch.

4 Wraps. 25 Minuten.

Du brauchst:

  • 4 Weizenmehl Tortillas
  • 2 Stück Seitan (die Hälfte von dem Grundrezept) in dünne Scheiben geschnitten
  • 1 kleine Zwiebel, in Scheiben geschnitten
  • 5 Pilze, in dünne Scheiben geschnitten
  • ½ rote Paprika, in Scheiben geschnitten
  • ½ gelbe Paprika, in Scheiben geschnitten
  • 1 Karotte, mit einem Schäler in dünne Streifen geschält
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Handvoll Koriander, gehackt
  • Knoblauchsoße
 
So wird’s gemacht:

  1. Ofen auf 200° C vorheizen. Paprika und Zwiebel in einer großen Schüssel mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer vermischen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Ungefähr 15 Minuten im Ofen rösten. Dabei das Gemüse 1-2 Mal wenden, damit es gleichmäßig backt.
  2. In einer mittelgroßen Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und das Seitan darin anrösten. Nach einigen Minuten die Pilze hinzufügen und weitere 3-4 Minuten andünsten. Mit etwas Pfeffer abschmecken.
  3. Das Backblech aus dem Ofen nehmen und die Tortillas in Alufolie eingewickelt 2-3 Minuten im Ofen aufwärmen. Währenddessen die Karottenstreifen und Koriander vorbereiten.
  4. Einen Klecks Knoblauchsoße auf die Tortillas geben und mit Gemüse, Seitan, mehr Knoblauchsoße und Koriander füllen. Die fertigen Wraps eventuell mit einem Zahnstocher zusammenhalten und sofort genießen.